Diese Idee sollte es eigentlich nicht geben. Warum wir aus einem gescheiterten Projekt ein Unternehmen gegründet haben, könnt ihr hier lesen, heute geht's mir um die Nebenwirkungen dieser Entscheidung. Mit 10 Jahren Erfahrung im Eventmanagement und bald 15 Jahren im Marketing und Sales für Softwareunternehmen bin ich für so ein Thema nicht besonders gut aufgestellt. Besser formuliert: Ich hab' keine Ahnung.
Ich kann mich hier nicht hinstellen und so tun, als wäre ich ein Experte und Lösungen für Situationen anbieten, die ich nie erlebt habe. Aber warum schreibe ich denn dann darüber hier in aller Öffentlichkeit?
Weil wir mit Terisa einem Leuchtturm bauen wollen. Ein Ort, an dem Fragen authentisch beantwortet werden. Ein Ort, wo es Empfehlungen für echte Probleme gibt, denen man vertrauen kann. Und das geht nur, wenn man sich diesem Thema ohne Schranken und vorgefertigte Meinungen stellt. Vielleicht ist diese Unwissenheit auch meine größte Superpower. Dazu kommt: Ihr müsst uns kennenlernen, die Köpfe, die hinter Terisa stecken, nur so entsteht Vertrauen.
Was ich immer klarer sehe: Nicht nur ich falle in dieses Thema, das tun die meisten Betroffenen auch. Sie sind nicht vorbereitet auf die Pflege. Nicht, weil sie es nicht interessiert. Sondern weil es oft einfach passiert. Ein Sturz, den man nicht mehr ignorieren kann. Unsicherheit. Trotzdem müssen Entscheidungen getroffen werden. Und plötzlich ist man knietief drin. Es fehlt Orientierung. Nicht nur an einem Punkt. Sondern entlang der ganzen Reise durch das letzte Kapitel im Leben.
Mich irritiert dabei vor allem, wie fragmentiert vieles ist. Es gibt viele Angebote. Klar. Aber oft nur punktuell. Eine Frage wird beantwortet. Ein Problem wird gelöst. Und danach geht es wieder weiter, ohne dass jemand die nächste Station mitdenkt. Das ist für mich der eigentliche Bruch. Nicht zu wenig Information, sondern zu wenig Zusammenhang. Zu wenig Führung durch den Prozess, den so viele schon gegangen sind. ein Prozess der eigentlich nicht überraschen sollte.
Deshalb finde ich es zu Beginn wichtig, vorhandenes Wissen zu ordnen, und daraus verständliche Orientierung zu machen. Nicht, weil ich nichts Eigenes beitragen will. Sondern weil ich glaube, dass es gerade am Anfang ehrlicher ist. Ich will nicht einfach Inhalte produzieren, nur weil sie gut zu einem Produkt passen. Ich will Fragen beantworten, die da draußen wirklich gestellt werden. Das ist ein großer Unterschied.
Und ja, das ist auch für mich selbst ein Lernprozess. Ich merke das zum Beispiel an Social Media. Ich weiß, dass Sichtbarkeit wichtig ist. Ich weiß, dass viele Ideen nicht daran scheitern, dass sie nicht gute sind, sondern daran, dass niemand sie kennt. Aber ich tue mich trotzdem schwer damit, einfach laut rauszugehen und Dinge zu posten. Da ist Widerstand. Da ist Reibung.
Ich nehme das auch persönlich. Ich bin selbst in einer Lebensphase, in der dieses Thema nicht mehr weit weg ist. Eltern, die älter werden. Fragen, die irgendwann nicht mehr theoretisch sind. Ein letzter Lebensabschnitt, der in unserer produktivitätsgetriebenen Kultur oft zu wenig Platz bekommt. Das macht das Thema für mich nicht abstrakt, sondern nah. Und genau deshalb will ich es auch nicht von oben erzählen.
Ich glaube, das ist auch der Punkt, an dem sich meine Rolle im Team für mich sortiert. Ich bin eher der, der auf Muster schaut. Auf Prozesse. Auf Logik. Auf Werkzeuge. Ich denke gern darüber nach, wie man Dinge besser aufbaut. Und ich habe Lust, zu lernen, was KI dabei kann und was nicht. Aber eben nicht als magischer Zauberstab. Sondern als Werkzeug in einem klar beschriebenen Prozess.
Also zurück an die Schulbank. Ich will verstehen, was Menschen wirklich brauchen. Ich will das mit offenen Augen aufnehmen. Ich will daraus etwas machen, das hilft. Und ich will dabei transparent bleiben. Nicht, weil das besonders schön klingt. Sondern weil es die ehrlichste Form ist, dieses Thema anzugehen.

